Samstag, 5. Februar 2022

urbane mythen: Das Reisen mit laminierten Dokumenten-Kopien

urbane mythen: Das Reisen mit laminierten Dokumenten. Dieser Tipp ist unnötig und bietet Stoff für den grossen Ärger!

Des öfteren lest ihr diesen Tipp auch in den Reiseblogs, vLogs und Websites durchaus erfahrerener Reisender:

Macht eine laminierte Kopie des Führscheins, der Fahrzeugpapiere und des Passes. Ich fahre niemals mit Original. Manchmal versucht die Polizei durch Abnahme eines dieser Dokumente einem zu erpressen. Dann sag ich ihm er könne sich das als Erinnerung an mich behalten.

Den Tipp halte ich für etwas grenzwertig.. Immerhin erfüllt das schon hierzulande den Umstand der Urkundenfälschung - und ist einfach ein unötiger möglicher Angriffsvektor für möglichen richtigen Ärger.

Solche Possen lassen sich vielleicht noch in einigen Ländern in Afrika andenken - aber auch da gab es geeigneteres vorgehen, zumindest damals im 2012.

Vielleicht kann man da in Peru oder Bolivien noch einen Provinzler abspeisen, aber nach der Kontrolle des xten Reisenden auf den ausgetretenen Spuren einer Panamericana - weiss man irgendwann auch wie ein DE/CH/AT Führerschein so aussieht.

Wer meint bei diesen Diskursen zu unterliegen - und auch nachträglich nicht mehr an seine Dokumente zu kommen, dem ist mit dem Rat zum Zweitpass und dem Internationalen-Führerschein zur "Abgabe" vermutlich besser gedient. 

Meiner Erfahrung nach sind es maximal 20 Minuten die auszustehen sind, wenn man bei bei einer Checkpoint oder ähnlichem unberechtigterweise an euer Schmiergeld kommen möchte. Dann wird man gebeten zu verschwinden, ohne dass man selber eine härtere Gangart anpeilen muss. Also einfach freundlich bleiben, kooperativ sein und eine Mischung aus "your embassy told  us" und "wenig verstehen" hilft. 

Wer einen Verkehrsverstoss begangen hat, sollte auf eine ordentliche Abwicklung bestehen, dh auf eine Bussbescheid/Quittung - und NICHT auf Angebote wie 50% bei Sofortzahlung und ohne Beleg eingehen.

urbane mythen: Das Reisen mit laminierten Dokumenten. Dieser Tipp ist unnötig und bietet Stoff für den grossen Ärger!

Wer sich dem nicht gewachsen fühlt, sollte den Reisewunsch Selbstfahrer vielleicht nochmals überdenken.

"Wenig verstehen" ist bei mir nicht mal vorgetäuscht, ich kann weder französisch (meistgesprochene Sprache auf einer Transafrika) noch spanisch/portugiesisch - dh ich konnte mich weder in Afrika noch in Südamerika wirklich mit der Obrigkeit tiefer austauschen.

Obenstehender Umgang mit solchen Checkpoints war jetzt die Kurzversion, hier im 4x4tripping Blog hatten wir das Thema "Schmiergeld, Bestechungen und gängige Gaunereien auf Reisen" ja schon ausführlicher auseinander gesetzt, inklusive einem verlinkten Video von Dan, der solche Erlebnisse aufgezeichnet hatte. 

Auch mit dem Zweitpass gibt es ja einige mögliche Stolpersteine, was wir im verlinkten Artikel auch beleuchtet haben.

Das wir ein Backup wichtiger Dokumente machen sollte, dem wiedersprechen wir nicht. Aber bitte in digitaler Form und via Cloud/Email etc Speicherung auch für die Fälle verfügbar, wo man durch Brand, Unfall oder Diebstahl einfach alles verloren hat. Dazu haben wir uns im Thema "das Backup wichtiger Dokumente für die grosse Reise" schon etwas tiefer Gedanken gemacht.

Im 4x4schweiz Portal wurden auch schon andere erfahrene Reisende zum Thema Bestechung befragt - auch dort kann man sich zum Thema etwas einlesen.

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