Mittwoch, 8. Dezember 2021

Vorsicht beim Reisefahrzeug-Ausbau und Umbau!

Vorsicht beim Reisefahrzeug Ausbau! Erfahrungsberichte und Leidensgeschichten lassen aufhorchen!

Viele Fachbetriebe für den Umbau von 4x4 Fahrzeugen und Reisemobilen haben vor allem eines im Auge, den erfolgreichen Vertragsabschluss mit dem Kunden.

Da kann es sein, dass einem so ziemlich alles versprochen, die Umsetzbarkeit abgenickt, der Kunde nicht auf etwaige Probleme hingewiesen wird. 

Das böse Erwachen des Käufers erfolgt in diesen Fällen dann in der Regel erst einige Zeit später. Bei zunehmenden Pannen, nach einem Unfall oder wenn der TÜV mal genauer hinsieht - offenbaren sich recht haarsträubende Mängel.  

Und ab dann wird alles abgestritten, der Rechtsweg ausgeschöpft und mit allen Rechtsmitteln versucht Blogartikel und Forenbeiträge entfernen zu lassen. 

Nun zu dem, was man im Netz so findet:

Bei einem Facebook-Artikel über Toyota Nestle war ein Userkommentar so negativ, dass ich bei der Nachfrage nur den Kommentar bekam, "das erzähle ich nur am Telefon" - da hat sich wohl jemand an einer öffentlichen Äusserung schon einmal die Finger verbrannt. 

Im Wohnmobilforum (link) lässt sich nachlesen, dass im Fall von HRZ massiv Druck aufgebaut wurde, bis dahin dass der Themeneröffner seine Urheberrechte an HRZ veräussert haben soll, damit der Forenbeitrag verschwindet.

Andere Foren- und Blogbeiträge berichten, dass schnell einmal die Prüfung unterlassen werde, ob die gewünschten Umbauten zu einem legalen Gesamtergebnis führen werden, Achslasten und das Gewicht würden überschritten und Wohnmobilumbauten umgesetzt ohne sich um die Freigabe des Herstellers zu kümmern.

Ziel dieses Beitrages ist es, euch Leser auf diese Forenbeiträge hinzuweisen, damit Ihr Eure eigene Meinung bilden könnt. Ich kann die Richtigkeit der Forenbeiträge nicht überprüfen, aber es geht darum, Euch darauf zu sensibilisieren, dass auch nahmhafte Ausbauer mit einem ausgezeichneten Ruf - mitunter einfach eines wollen könnten - euer Geld. Und diese Vorsicht sollte prinzipiell bei allen geboten sein, selbst bei Namen wie HRZ, Woelke oder Toyota Nestle.

Und dass in der Overlanding-Branche der Markt eben auch klein ist. In dem unten verlinkten Blogbeitrag wird in den Kommentaren geschildert, dass eigentlich unabhängige Protagonist Pistenkuh einen Bericht zum untenstehenden "Woelke Case" unter den eigenen Teppich verschwinden lassen habe, weil dieser vermutlich den Werbepartnern etwas quergekommen ist. 

Im Folgenden fasse ich die Foren- und Blogbeiträge für Euch zusammen:

Woelke

Hier wird berichtet, dass ein recht haarsträubend falsch ausgebautes Fahrzeug, ein Fuso Canter 4x4 an den Kunden übergeben wurde, die Leidensgeschichte und Reparaturliste ist lang und laut Forenbeitrag endet die Geschichte vor Gericht zu Gunsten des Klägers. 

Vorsicht beim Reisefahrzeug Ausbau! Erfahrungsberichte und Leidensgeschichten lassen aufhorchen!
(c) travelnotes360

Hier wurden die Weltreise-Pläne des Kunden nachhaltig beeinträchtigt, mit einer reinen Wandlung ist der Hersteller meiner Meinung nach noch sehr bevorzugt davongekommen, da die zahlreichen Reparaturen sich angeblich über einen längeren Zeitraum hinzogen. Das Leben ist eben endlich und Zeit damit ein sehr wertvolles Gut.

Link: https://travelnotes360.com/2018/02/20/odyssee-teil-6-was-mit-unserem-fuso-canter-4x4-geschah/

Toyota Nestle

Hier bringe ich mangels anderer Protagonisten die ihre Erfahrungen öffentlich teilen wollen das Fahrzeug eines Co-Autoren hier bei 4x4tripping. Der bei uns überall prominent visualisierte weisse Land Cruiser 200 wurde seitens Toyota Nestle umgebaut. Nur zu gerne hat man die zahlreichen Umbauten vorgenommen, hat sogar versucht "noch mehr" zu verkaufen, wie beispielsweise eine grössere Bremsanlage. 

Vorsicht beim Reisefahrzeug Ausbau! Erfahrungsberichte und Leidensgeschichten lassen aufhorchen!
Dass beim Umbau die zulässige Vorderachslast überschritten wurde, ist seitens Nestle nicht aufgefallen. obwohl die Prüfung, dass die Umbauten die geltenden Strassenverkehrszulassungsvorschriften einhält, wohl zu den wesentlichen Pflichten eines Umbauers gehören sollte. Was bringt mir ein Auto, mit dem ich nicht auf der Strasse legal fahren kann? 

Als nach 10 Jahren beim MFK/TÜV Termin das Überschreiten der Vorderachslast aktenkundig wurde, wollte seitens Toyota Nestle keiner etwas von Verantwortlichkeit hören, die Auflastung musste kundenseitig bezahlt werden. 

Wohlgemerkt mit der grösseren Bremsanlage, die Toyota Nestle versucht hatte noch zusätzlich zu verkaufen, wäre die Achslast vorne noch höher ausgefallen. 

Als Fachwerkstatt für Offroad Umbauten gehört es doch in ihre Verantwortlichkeit darauf zu achten, dass die Umbauten den Vorschriften entsprechen, zu hohe Achslasten anzusprechen und eine Auflastung schon während dem Umbau schon vorzunehmen. 

Auch andere Vorfälle haben uns erreicht, die wir in einem späteren separaten Artikel beleuchten werden. Die Reisen mit dem Land Cruiser 200 sind in diversen Reiseberichten bei uns im Blog gut dokumentiert. Da hat wohl jemand Glück gehabt, dass weder Unfall noch Kontrollen das Übergewicht unterwegs zum Vorschein gebracht haben. Inzwischen ist das Fahrzeug aufgelastet und ist zum Verkauf ausgeschrieben. 

Schatzmeister / Zirbenbox

Vorsicht beim Reisefahrzeug Ausbau! Erfahrungsberichte und Leidensgeschichten lassen aufhorchen!
(c) freefuturefamily
Auch hier muss die Leidensgeschichte extrem gewesen sein, wenn man die Aufwendungen ansieht die ein Kunde aufgewendet hat, um die offensichtlichen Fehler des Ausbaus in Szene zu setzen. 

In einem extra für diesen Zweck eröffneten Youtube Kanal werden die Baumängel und die Ausreden des "Schwatzmeister" sehr liebevoll und professionell mit Schauspielern dargestellt und aufbereitet: https://www.youtube.com/channel/UCXdRjc_QFoJXDIxezTebgiQ 

Der Kunde hat hier wirklich noch Geld in eine Produktion eines Videos gesteckt - um augenscheinlich andere Kunden zu sensibilisieren. Auch hier wurde gewandelt, inwzischen fährt ein neuer Besitzer mit dem Fahrzeug herum.

HRZ

Vorsicht beim Reisefahrzeug Ausbau! Erfahrungsberichte und Leidensgeschichten lassen aufhorchen!
(c) HRZ
Trifft es zu, was das Wohnmobil Forum im Falle von HRZ veranschaulicht, ist das, was HRZ sich hier geleistet wirklich haarsträubend und ist es auch hier nicht bei einem bedauerlichen Einzelfall geblieben. Es finden sich durchaus mehrere Kundenberichte im Forum, laut denen Fahrzeuge übergeben wurden, die weder den Kundenansprüchen noch den legalen Anforderungen gerecht wurden. 

Es wird hier auch berichtet, dass erstaunlicher Effort betrieben wurde, um solche Artikel aus dem Internet zu entfernen.

https://www.wohnmobilforum.de/w-t141433.html

Das ganze ist aber auch schon eine Weile her, dass der Hersteller noch immer erfolgreich am Markt ist lässt auf eine heute wesentlich höhere Fertigungsqualität schliessen. Für eine mehrjärige Weltreise zu zweit wäre der bei uns vorgestellte Casablanca auch unter Berücksichtigung dieser Fälle - auf unserer Liste. Siehe dazu auch unseren untenstehenden Komentar bez. Kleinserien vs Individualausbau.

Fazit

All diese Foren- und Blogbeiträge berichten von Pfusch auch von den "sogenannen Experten" und dass das zu erwartendes Feedback auf solche Arbeiten mit allen Mitteln unterdrückt wird. Wer auf Social-Media nach persönlichen Erfahrungsberichten fragt erhält eine Menge weiterer Zuschriften, bei den hier genannten Firmen durchaus auch des Öfteren in negativer Art - aber nur unter der Hand. 

Wie gesagt, mit Ausnahme von Toyota Nestle kann ich nicht sagen, ob das Berichtete auch tatsächlich wahr ist. Aber: bleibt vorsichtig und gebt Acht. Definiert eure Anforderungen und Wünsche klar und prüft dieser bei der Abnahe.  Gefährdet dürften insbesondere die Kunden sein, die einen Individualausbau wünschen, in der Kleinserie dürften sich die Ausbauer Fehler nicht leisten. 

Für uns "Kunden" heisst dies, dass wir überlegen sollten von Individual-Ausbauten entweder Abstand zu nehmen, oder aber die technischen Anforderungen sehr genau vertraglich definieren sollten (ggf. zusammen mit einem Anwalt mit spezifischen Kenntnissen im Wohnmobil-Ausbau, der dann auch den Bau und die abschliessende Abnahme begleitet). 

Nur zu oft finden sich anonymisierte Beiträge zu solchen Fällen - wo der effektive Hersteller, Lieferant oder Verkäufer gar nicht mehr genannt wird.

Die Gefahr ist gross, einen etwaigen «Pfusch» dann auf eigene Kappe schultern zu müssen, weil eben die Lebenszeit zu wertvoll ist, um sich über Jahre und alle Instanzen vor Gericht die Gerechtigkeit zu erkämpfen. 

Wer ähnliche Fälle wie die oben beschriebenen kennt oder selbiges erlebt habt - Ihr könnt gerne weitere Beispiele via Kommentarfunktion hinzufügen. 

Natürlich mag es auch Kunden geben die "das unmögliche wollen" - aber als Geländewagen-, Wohnmobil- oder Exmo-Ausbauer muss man in solchen Fällen den Kunden dann auf die Grenzen und Risiken hinweisen und sich hier vertraglich absichern. 

Wir bei 4x4tripping schalten zwar Werbung um einen Teil der Unkosten zu decken, wir haben aber weder Sponsoren noch direkte Werbeverträge mit den Firmen aus der Branche und können somit frei berichten. 

Das Gewicht ist bei uns Selbstfahrern immer ein Thema, auch wenn Kontrollen ausserhalb der Fahrzeugprüfung seitens TÜV/MFK in Europa zumindest innerhalb der 3.5to Schallmauer eher selten sind. 

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4 Kommentare:

  1. Auch das Explorermagazin berichtete am 14.12.21 von einem solchen Fall - hier mit dem slowenische Hersteller Phantommobil. https://explorer-magazin.com/service/phantom-protokoll/

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  2. Da ich hier erwähnt werde nur ganz kurz, ich habe den Artikel und Link zu den Problemen mit Woelke gelöscht, weil sich bei der weiteren Recherche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Schilderungen ergaben. Woelke oder im Artikel genannte Unternehmen sind und waren keine Werbepartner von Pistenkuh. Unabhängig davon ist Redaktion und Anzeigenverkauf bei Pistenkuh getrennt.
    Schönen Abend,viel Glück und Erfolg bei der Wahl des Ausbauers.
    Grüße Burkhard und die lila Pistenkuh

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    1. Hallo Zusammen,
      der Artikel wurde von der Pistenkuh ungefragt verlinkt und ungefragt wieder gelöscht. Unsere Darstellung entspricht der Wahrheit und ist sachlich dokumentiert (siehe auch "Lessons Learned"). Eine pauschale Aussage, unsere Schilderung wäre unglaubwürdig, ist nichts weiter als Denunzantentum. Eine ordentliche Recherche macht doch vor den Betroffenen nicht halt. Für Fragen oder Informationen stehe ich wie immer jederzeit zur Verfügung.

      Viele Grüße und frohe Weihnachten

      Alex (www.travelnotes360.com)

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    2. Redaktion und Anzeigenverkauf getrennt...So sehr ich PISTENKUH als Takt-Geber auch meiner Offroad-Afrika-Reisen schätze, die von Burkhard gemachte Aussage ist blaäugig. Als Medienmann ( 40 Jahre Funk,Fernsehen,Print und online) habe ich immer wieder Fälle erlebt, in denen ein Werbepartner nicht zum Gesamtangebot des Mediums gepasst hat. In diesen Fällen ( meist Qualität,selten auch politisch) hat die Redaktion auf die Annoncenverkäufer eingewirkt, bis Negativ-Werbung beendet wurde, nicht immer einfach,aber möglich. Insofern kann sich auch ein von Werbung abhängiges Medien-Unternehmen sehr wohl dem Griff der Publicity-Manager entziehen...Guten Rutsch wünscht Leroi

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