Freitag, 19. Juni 2020

Backup wichtiger Dokumente für die grosse Reise!

Backup der wichtigsten Dokumente gegen Diebstahl, Überfall, Einbruch, Fahrzeugbrand

Stellt euch vor, ihr habt nichts mehr ausser die Kleider die ihr tragt und steht vor einem Internetcafé oder am Computer eines Bekannten und benötigt dringend eine Möglichkeit Kreditkarten zu sperren und braucht dringend Kopien von euren Ausweisen - was das beantragen von Ersatz-Dokumenten im fernen Ausland doch stark vereinfachen und beschleunigen kann. Auch eine schnelle Finanzspritze wäre jetzt hilfreich.

Auf Reisen kann immer etwas unvorhergesehenes passieren, vom Fahrzeugbrand, Diebstahl oder Einbruch bis hin zu verlieren von wichtigen Dingen. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, trotzdem ist es hilfreich hier einige Vorbereitungen zu treffen. Hier eine kurze Checkliste:

- Kredit und Geldkarten
- Pass / ID
- Fahrzeugschein
- Carnet
- Versicherungen
- Simkarte (eBanking, eTan, 2er Faktor für Email etc)
- Schlüssel für Wohnung/Haus, sind diese auch verschwunden?

Neben dem genannten ist auf längeren Reisen auch noch auf die Fotos, Videos Reisetagebücher ein genaueres Auge zu werfen. Auch hier ist auf eine Art Backup zu achten.


Sollte alles verloren gegangen sein, muss man sich irgendwie wieder organisieren können. Wer auf seine Daten wert legt, hat viele Zugänge via 2ter Faktor gesichert, so dass ein Login in eMail, eBanking, etwaige Cloudlösungen zumindest auf einem neuen Gerät mit einem SMS Code bestätigt werden muss.

Einen Computer und Internet kann man sich organisieren (Internetcafé, Bekannte) - wie kann man sich so vorbereiten, dass man nun an alles notwendige kommt?

Ich rate hier zu folgenden Massnahmen, damit ihr auch in einer solchen Situation weiter kommt. Freunde / Familie sind wegen der Zeitzonen ja vielleicht gerade nicht verfügbar, mit einigen einfachen Schritten kann man sich hier auch leicht selber helfen.

• Email Account ohne 2ter Faktor
Für den Notfall hat man am besten einen eigenen Emailaccount ohne 2ten Faktor - so dass ihr euch immer einloggen könnt (nur mit dem Passwort).

• Kreditkarten / Dokumente

Am einfachsten scannt ihr alles notwendige ein, tippt wichtiges ab und erstellt ein Dokument mit allem wichtigen. Diese werden nun nach euren Sicherheitbedürfnis verschlüsselt - und im oben genannten Email Account abgelegt. 7zip ist beispielsweise ein Packer der eine gute Verschlüsselung zulässt - und doch recht unkompliziert in einem Internetcafé entpackt werden kann. 

• separater Paypal Account ohne 2ter Faktor
Mit etwas Guthaben (die Kreditkarte sperrt ihr ja gerade und kann daher nicht für einen Geldbezug verwendet werden.)  In so einem Fall benötigt man etwas Geld um die Zeit zu überbrücken, bis man wieder Kreditkarten oder anders an Geld gelangt. Taxi-Fahrten zur Botschaft, Unterkunft, Essen - mit 500$ kommt man da doch schon recht weit. Damit man sich nur etwas merken muss, kann man die Zugangsdaten zu dem Paypal Account auch verschlüsselt im Email Account ablegen.

• separate Kreditkarte

Richtig komfortabel wird es in einer solchen Situation, wenn ihr eine der zahlreichen Angebote für eine weitere kostenlose Kreditkarte nutzt - und eine solche als Kopie auch verschlüsselt im Postfach ablegt. Das Original zuhause lassen oder zerstören. Schon öffnet sich euch zusätzliche Welt, ihr könnt Online ein Fahrzeug mieten, via Booking.com ein Hotelzimmer buchen, via Hostelworld ein Hostel, könnt auch grössere Ausgaben tätigen. 

Wichtig ist es an die Dokumente zu kommen. Natürlich kann man diese bei Familie   oder Freunden deponieren - die dann für euch die Sperrungen durchführen und euch die Scans der Dokumente zu mailen. Ob ihr das wie oben stehend Autark machen können wollt, oder euch der etwas langsamere Weg über Familie/Freunde gehen wollt sei euch überlassen. Mit Westernunion kann man heute auch schnell Geld versenden, ist zwar teuer aber in der Not auch eine Maßnahme.

Sich über eine solche Situation vorgängig Gedanken zu machen und die Dokumente verfügbar zu machen kann jedenfalls nicht schaden. Kreditkarten, Geldkarten und Ausweise - hier gibt es auch immer wieder "neues" - vor jeder Reise ist es hilfreich zu schauen ob da eventuell etwas aktualisiert werden muss.

Eine Kreditkarte zu Sperren geht nur Not aber auch ohne Nummer, wenn man zumindest den Herausgeber kennt. Gerade auf Weltreisen oder Langzeitreisen macht es durchaus Sinn sich noch 1-2 Ersatzkarten zu organisieren, für den Fall das eine gesperrt wird oder nicht mehr funktioniert. Da ist man dann doch froh, man weiss noch wo - und hat eine Telefonnummer zur Hand.

Fotos und Videos kann man auch sichern. Auf zusätzlichen Speicherkarten im Fahrzeug versteckt, überstehen Sie zumindest einem oberflächlichen Einbruch. Wer lange unterwegs ist, sollte sich über einen gelegentlichen Cloud-Backup Gedanken machen. Hier meine ich nicht einen Upload auf Facebook, sondern zum Beispiel können Files gezippt, verschlüsselt und auf Google-Drive oder ähnliches geladen werden.

Ich hoffe die Zeilen helfen euch, auch so ein Szenario ohne Hektik zu bestehen. Wichtig: Eine Polizeimeldung und Rapport helfen euch dabei, vor eurer Versicherung oder Bankinstitut das geschehene zu Dokumentieren, diesen sollte man in der Aufregung nicht vergessen. Eine Versicherung die den Einbruch/Diebstahl aus dem Fahrzeuginneren abdeckt (macht in der Schweiz eine gute Hausratsversicherung) - lässt zusätzlich entspannter Reisen.

Obenstehendes ist für ein recht deftiges Ereignis - die meisten erleben da - wenn überhaupt - wesentlich harmloseres. Folgendes bereitet auch auf kleinere Einschnitte vor:

-Bargeld/Kreditkarten aufsplitten und nicht nur an einem Ort mitführen
-Ausweis Kopien im Fahrzeug/Gepäck mitführen.
-Separater Geldbeutel mit etwas Geld und gesperrten Kreditkarten für Überfälle/Diebstahl mitführen.
-Manche Anbieter erlauben den Kauf einer Ersatz-Simkarte, die via Hotline auf die eigene Nummer umgestellt werden kann.
-Bargeld an Grenzübertritten / Zollkontrollen immer am Körper haben, nicht in jedem Land bleibt dieses beim Durchsuchen des Gepäcks oder Fahrzeuges am gewünschten Ort.

Mein "Fake" Geldbeutel begleitet mich auf allen ferneren Reisen (Asien, Afrika, Südamerika) - und noch immer wurde er weder aus meiner rechten Hosentasche entwendet, noch habe ich diesen bei einem Überfall übergeben müssem.

"Etwas" geben können deeskaliert schnell, bei dem richtigen Geldbeutel ist man eher bereit etwas zu riskieren, sei es auch nur, mit einem Messer haltenden nervösen Menschen über die für Ihn unwichtigen Dokumente diskutieren zu wollen.

Wie immer freue ich mich über Anregungen, Alternativen und Tipps - für mich und alle anderen Leser. Hierfür könnt ihr unterhalb einen Kommentar hinterlassen, dies geht anonym und ohne Registrierung.

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