Montag, 27. Januar 2020

Die Sicherheitslage richtig einschätzen


Sicherheitsmeldungen Weltweit 2020


Wie können wir Reisende die Sicherheitslage einschätzen? Wenn es nach den Reisewarnungen des EDA oder des Auswärtigen Amtes geht, sind doch viele Länder ohne Reiseempfehlung gelistet.

Viele Vorfälle im Ausland schaffen es nicht in die Berichterstattung der heimischen Medien, so dass wir uns ohne proaktives recherchieren gar kein genaueres Bild machen können.

Suchen wir pro Reiseland nur nach "Sex and Crime" - dann erscheint selbst das Reiseland Schweiz als gefährliches Pflaster, weil es in Basel oder Zürich fast jedes Wochenende zu übergriffen kommt, jemand verprügelt oder ausgenommen wird, oder es zu Schussabgaben kam.

Auch Vor-Ort erhält man oft irreführende Angaben. Auf meinem Transafrika-Trip wurden wir zuverlässig vor dem kommenden benachbarten Land gewarnt, dass es gefährlich sei, die Sicherheitslage bedenklich sei, wir nicht weiterfahren sollen. Dies sowohl von Privatpersonen als auch von seiten der Polizei. Dass könnte nun doch irritieren, wenn man sich nicht vorbereitet hat.

Es gilt also erstmal, sich selber einen Überblick zu verschaffen - ohne die gefundenen Vorfälle gleich zu bewerten und voreilige Schlüsse zu ziehen.

Ich persönlich nutze folgende Datenquellen, neben dem Besuch von News-Seiten wie https://www.aljazeera.com

https://www.garda.com/crisis24/news-alerts

https://www.garda.com/crisis24?referer=map

Reiseforen (WüstenschiffHorizonsunlimited), sowie Facebook Reise-Gruppen der zu bereisenden Regionen. Auch Wikioverland gibt einem hilfreiche Hinweise, Beispielsweise was im Reiseland im Fahrzeug mitzuführen ist für uns Selbstfahrer.

Dann suche ich nach bloggenden Reisenden und lese mir deren Erfahrungen durch, erstelle eine Liste derjenigen die gerade unterwegs sind - und verfolge deren Reisefortschritt. Noch immer führe ich eine Liste aller bloggenden Reisender auf der Transafrika via Westroute.

Neben der Sicherheitslage kommt man so auch an wertvolle Tipps, Anregungen, Wegpunkte oder Wildcamp Spots. Aber nur wenige der Reisenden führen überhaupt einen Blog. Hier hilft es, den bloggenden Reisenden die Ziele zu entnehmen, wo sie auf andere getroffen sind.

Beispiel: das Sleeping Camel in Bamako für die Transafrika und die Westroute, oder das Hippocamp in Brazzaville. Die Mitarbeiter dort sind am Puls von uns Reisenden, unterstützen die Reisenden Vor-Ort und können Auskunft über die Lage geben.

Dies umfasst meist nicht nur Vorkommnisse bezüglich der Sicherheit, sondern auch Visaprobleme und andere Erfahrungen die Reisende kürzlich auf der Route machen durften.

Wendet man sich direkt an solche "Hotspots" - dann kann man wertvolle und ganz aktuelle Informationen sammeln.

Sicherheitslage einschätzen


Durch ein bewusste Risikoabschätzung kann man unterwegs die Sicherheitsrelevanten Informationen besser einschätzen und besser agieren.

Eine weitere sehr gute Informationsquelle ist Facebook - was ich in einem eigenen Artikel näher beschrieben habe.

Immer wieder bin ich über Reiseblogs gestolpert, wo die Reisenden in Teilregionen eines Landes  Reisen wo das Risiko überproportinal hoch ist. Die sich wundern dass man sie nicht nach Nord-Mali reisen lässt, weil sie gar nicht wussten dass es es in Nordmali anders zugeht.

Risiken lassen sich mit einem überschaubaren Aufwand wesentlich minimieren, nebenbei lernt man von anderen Reisenden auch, welche "Touristenfallen" aktuell betrieben werden - um von uns Reisenden doch noch etwas kassieren zu können.

Auch wenn man die Risiken minimieren kann, ein Rest davon reist jeweils mit und als ein Blogger rund um das Reisen wäre es falsch, diese zu verharmlosen. Nicht immer werden die Vorfälle bekannt wie im Fall der beiden Reisenden in Pakistan - nur zu oft findet man höchstens eine Zeile in den lokalen Medien, einem Forum oder Blog...

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