Sonntag, 28. Dezember 2014

Der richtige Reifen für das Reisefahrzeug

Hierzulande gilt noch immer der BF-Goodrich All-Terrain als Mass der Dinge. Das unterstelle ich jetzt einmal ganz frech, weil dieser Reifen auch immer prominent an den Fahrzeugen vieler Hersteller von Reisefahrzeugen montiert wird. 

Das Expeditionsportal hat einige aktuelle All-Terrain Reifen genauer angesehen. Ich denke mal, dass diese Testergebnisse doch recht an dem "guten Bild" von dem BFG-AT rütteln dürfte.
All Terrain Reifen Vergleichstest und detaillierter Test. BGF, Cooper Discoverer, General Grabber, Goodyear Wrangler, Toyo Open Country

Getestet wurden die aktuellen AT Reifen folgender Hersteller: BFGoodrich, Cooper, Goodyear, General Tire, Dick Cepek, Falken, and Toyo. Die Tester haben sich richtig Mühe gegeben, den Lesern ein Bild über die Leistungsfähigkeit eines Reifens machen zu können:





Test-Verfahren für Strassen-Nutzung:
  • Limit Handling: Bremsverhalten in Kurven, Elchtest, plötzliches übersteuern
  • Bremstest: von 60 Meilen (96.56 km/h), Spurtreue
  • Slalom: ohne elektronische Hilfen mehrmals einen Parcour bewältigen, G-Kräfte messen
  • Kreisfahrt: ohne elekrtonische Hilfen, Wärmeentwicklung, Profilbiegung und Abbau messen
  • Handling bei Nässe: Messen der höchstgeschwindigkeit für eine 90 Grad Kurve
  • Autobahn Test: Geräusch, Vibration, Fahrkomfort und Stabilität
 Test für Track und Offroad-Nutzung:
  • Oval Dirttrack: Seitenführung, Härte, Übersteuern, Untersteuern, Bremsverhalten, Direktheit, Geradeauslauf und Berechenbarkeit.
  • Furchen Test: Dauerbelastungstest der Reifenaussenseite, Test von Griff und Deformation
  • Rock Climbing: Test eines steilen felsigen Aufstiegs mit eingelegten Differentialsperren
  • Reifenverhalten bei verschiedenen PSI/Bar - Reifendruck

Der BFG AT konnte in keinem der beiden Tests  (Strassen-Handling, Track-Handling) wirklich überzeugen. Schlimmer noch, im Slalom-Test und auch bei nasser Strasse war er der schlechteste Reifen im Strassen-Test, im Gelände wiederholte sich dies beim Rockclimbing und auch beim Handling auf Dirttracks. Allerdings ist auf Ende 2014 eine neue überarbeitete Version des BFG AT angekündigt, die Tester haben angekündigt auch diesen Reifen zu testen, sobald er erhältlich ist.

Hier der Link zum Testbericht:

http://expeditionportal.com/where-the-rubber-meets-the-road/

Natürlich fahren wir Reisende keine Rally`s, oder fahren permanent am Limit des Fahrzeuges. Aber Ausweichen, Bremsen auf Nässe, mal doch von der Strasse abkommen wollen für ein Wildcamp Platz - das ist gängige Reise-Praxis.

Reifen-Vergleichsttest von All-Terrain Reifen und Mud Terrain Bereifung für den 4x4 im Gelände

Wie ihr im Test sehen könnt, hat aber jeder Reifen seine Vor und Nachteile. Gewichten müsst ihr diese für euch selber, in meinen Augen ist es gar nicht so leicht, einen Gewinner zu nominieren.

Ich persönlich werde wohl auch weiterhin zu einem grobstelligeren MT (mud terrain) Reifen greifen. Der bringt in heiklen Schlammpassagen dann doch noch ein Quentchen mehr Traktion, sind noch mehr fürs grobe gemacht.

Ich hatte von Anfang an MT Reifen und kann daher keinen Vergleich zu AT Reifen ziehen, bezüglich Performance und Reisekomfort. Aber mein Untersatz hat auch eine gehobene Geräuschdämmung und macht das Summen von groben Stollenreifen erträglicher.

Vielleicht gibt es unter euch Lesern ja einige, die einen direkten Vergleich von verschiedenen AT Reifen oder gar MT Reifen ziehen können?

1 Kommentar:

  1. Moin!
    Wir haben zumindest einen Vergleich zwischen Goodyear Wrangler AT, BFG AT und BFG MT. Den Goodyear fanden wir ziemlich furchtbar - er hatte nicht so die erwartete Offroad-Traktion, war aber auf nasser Straße und vor allem bei Schnee und Glätte ziemlich furchtbar. Der BFG MT war bei Matsch und ähnlichem Untergrund top, auf losem Sand fanden wir ihn nicht so toll (der typische Einbuddel-Effekt eines MT eben) und auf der Straße ist er doch eher nicht so recht zu Hause. Mit dem BFG AT dagegen sind wir echt zufrieden - die Traktion off road ist gefühlt fast so gut wie die des MT und auf der Straße ist er ein recht anständiger Kompromiss. Auch auf Schnee und Nässe bleibt er annehmbar. Gut fanden wir die erreichbare Laufleistung, die bei uns bei weit über 80.000km dann eher von der nach einigen Jahren einsetzenden Verhärtung und weniger vom Abrieb begrenzt wurde. Realistisch hätte man den Reifen sicher noch 20.000 oder 40.000 km mehr fahren können, bis das Profil mit AT nichts mehr zu tun gehabt hätte. Beeindruckend ist, was er so an Mißhandlung wegsteckt, ohne Schaden zu nehmen. Dass kein Reifen alles gleich gut können kann, ergibt sich aus der Physik, man muss die verschiedenen Eigenschaften halt seinen Bedürfnissen entsprechend gewichten. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, warum der BFG AT bei Overlandern so beliebt ist. In der Familie laufen auch noch GT Grabber2 auf einem Amarok und es scheint Zufriedenheit vorzuherrschen, aber eigene Erfahrungen fehlen uns da. Andere Bereifung haben wir noch nicht probiert - kommt Zeit, kommt (vielleicht) auch neuer Reifen.

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