Dienstag, 16. September 2014

Reisetipp: 4x4 Abenteuer in Laos

Reisetipp Laos: Ein Offroad 4x4 Abenteuer Manchmal lässt sich eine Langzeit-Reise einfach nicht mit der aktuellen Lebensplanung vereinbaren. Trotzdem muss man dafür nicht auf Abenteuer verzichten. Daher möchte ich euch gelegentlich einige Ideen liefern, wie man auch ohne grosses Budget und ohne viel Zeit und Planung - ein schönes Overlanding Abenteuer starten kann.


Es ist schon einige Jahre her, als ich für mich ein Reise-Abenteuer suchte - und nur so ca 16 Tage dafür vorhanden waren. Wieso ich auf Laos kam kann ich denke ich gar nicht mehr richtig sagen. Wohl ein mix aus Abenteuerlust und exotischen Ambiente.

Die damalig einhelligen Informationen über Laos besagten, dass wir Touristen da nicht selber fahren dürfen. Nach etwas Recherche fand ich aber einen Autovermieter der auch Fahrzeuge an Touristen vermietete. Heute finden sich natürlich auch andere Anbieter wie Avis, trotzdem würd ich zu meinem damaligen Vermieter raten: http://www.avrlaos.com/

Reisetipp Laos: Eine Reise-Idee von 4x4 TrippingDenn dort gibt es neben gewöhnlicher neuerer Ford Ranger oder Toyota Hilux Pickups - auch ältere Modelle mit Frontbar, Schnorchel, Mud Bereifung und schon ein paar Schrammen wo es nicht mehr so darauf ankommt. Wir hatten einen neuen Ranger geordert, vor Ort aber dann für ein schon bisschen älteres Modell mit robusten Modifikationen und Mud-Bereifung entschieden, das was etwas abseits im Carpark stand.

Das Geschäft von einem Engländer geführt, was die Kommunikation doch deutlich vereinfacht. Kostenpunkt ist cirka um die 80 USD pro Tag. Bei 12 Tagen Vor-Ort sagenhafte 960$ USD. Auf unsere Anfrage hin wurde unser Fahrzeug auch mit Papieren ausgestattet, die das befahren von Thailand, Vietnam(!) und Kambodscha ermöglichen würde - schliesslich weiss man nie was einem unterwegs so reizt, auch bei nur 12 Tagen vor Ort. Eine Vollkasko mit 800 USD Selbstbehalt war auch in dem Paket mit drin, für andere beteiligte Fahrzeuge reicht die Deckung aber nur bis 3200 USD (würde also empfehlen Zuhause noch eine Zusatzversicherung abzuschliessen). Ihr braucht euren Füherschein UND einen internationalen Führerschein. Auch wenn der Vermieter nicht auf ihn besteht - hilft es falls doch mal etwas passiert.

Den Flug nach Thailand und den weiterflug nach Vientiane besorgt man sich am besten einzeln, das kommt günstiger. Einen Flug nach Bangkok bekommt man um die 600 Euro, das Ticket nach Vientiane schlägt cirka mit 180 Euro zu buche, wenn man frühzeitig bucht geht das auch noch günstiger.

Nun sind die Eckdaten definiert, Flugkosten 760 Euro, das Fahrzeug ca. 1000 Euro (halbiert sich wenn man mit einem guten Freund oder der Partner/in reist). Nun bleiben variable Kosten übrig, wie Sprit, Essen und Guesthouse/Hotels. Das Leben im Land ist sehr günstig, die Guesthouses auch, nur die Hotels in den Städten können durchaus mal teuer sein.

overlanding und wildcamping in laosIch würde aber hier - alleine schon des Abenteuer wegens - (auch) auf Overlanding und Wildcamping setzen. Schliesslich befährt man auf einem 4x4 Trip eher Regionen, in denen es gar keine touristische Infrastruktur gibt. Immer Abends zurück in die Zivilisation - kostet einfach zuviel Zeit.

Das heisst Zelt, Schlafsack, Isomatte, 12V USB Ladestecker (Kamera, Smartphone, Tablet), Spanngurte und Abschleppseil am besten mitbringen, einen kleinen Kocher kann auch nicht schaden. Eine 12v Kühlbox hingegen wird schwierig im Flieger zu transportieren. Aber in Vientiane findet ihr günstige passive-Kühlboxen die sich mit Eis füllen lassen. Selbst in kleinen Dörfern gibt es oft Verkausstände die irgendwo eine grosse Eisbox haben, die für kleines Geld nachschub liefern können. Angeschrieben ist das natürlich nicht, aber fragen hilft! Eine detailliertere Packliste findet ihr hier: Overlanding mit dem Mietwagen.

Vorschlag: lasst euch für 15 USD von avr Laos vom Flughafen abholen (Airpost Shuttle Service), druckt euch eine Liste mit Bildern der Artikeln aus die ihr noch kaufen wollt (Eisbox, grosser Kanister für Wasser, Treibstoff Kaninster, Schaufel etc) - so habt ihr gleich einen Führer, der euch gerne hilft und sich über ein Trinkgeld freut. Auch wenn er nicht englisch kann, die Bilder wird er verstehen.

Laos, ein wunderschönes friedliches Reiseland für Touren auf eigene Faust

Wir haben dass innert einer Stunde herumfahren und fragen - in Vientiane auch so ohne Hilfe hinbekommen.

Restaurants oder Stände and dem Strassen findet ihr an fast allen Ecken, sobald ihr aber anfangt die kleinen Bergdörfer anzusteuern, da gibt es oft nicht mal einen Laden, ein Kocher und etwas Vorräte machen durchaus Sinn. Keckse,  Reis und rudimentäre Sachen finden sich immer mal wieder. Aber Sachen wie fixfertig Kartoffelpüre (mit Milchpulver), Reis der nur kurz kochen muss, Teigwaren die schnell fertig werden, Pesto und Dosen - würde ich noch Zuhause einkaufen und mitbringen. Eventuell hilft euch zum Thema Kochen der Artikel Outdoor-Küche noch etwas weiter


Tubing in ViangVieng 2014 - hier müsst ihr spätestens aus dem Wasser!

Nun fehlen noch Kartenmaterial und Navigationshilfen. Offline Strassen, Terrain und Satellitenkarten wisst ihr ja wie ihr sie bekommt. Da eine Papierkarte auch noch recht hilfreich ist, empfehle ich euch die Laos-Karte von GT-Rider (Online bestellbar). Die gestrichelten Tracks sind meist ein guter Einstieg um an die abgelegenen Tracks die in die Bergdörfer führen heranzukommen.

Das Unitel 3G Netzwerk ist gut recht ausgebaut, Prepaid Simkarten mit Data-Funktion könnt ihr in Vientiane erwerben, die Jungs wissen wie man die Data-Abonnements aufbucht (was günstigeres Surfen erlaubt), etwas was später auf dem Land nicht bekannt ist.


Reiseidee und Reisetipp: offroad mit dem Mietwagen

Nun habt ihr ein gutes Auto, habt die Ausrüstung für etwas autarkie, Camping-Material und Navigationshilfen - da kann ich euch nur noch ein tolles Abenteuer wünschen!

Die Menschen in Laos sind sehr freundlich, wenn ihr des Abends in ein Bergdorf hineinfahrt werden sie versuchen mit euch zu Reden, euch anbieten zu bleiben. Dank Zelt und Ausrüstung - braucht ihr so nicht gleich im "Haus" des Dorfältesten übernachten. Manchmal sind die Menschen anfangs etwas Scheu, wenn ihr aber anfangt mit ihnen zu kommunizieren, andeutet das ihr Hunger habt, oder fragt ob sie Eis haben, oder wo der weg hinführt - ist das Eis schnell gebrochen. Wenn ihr glück habt kann jemand englisch, mit hand und fuss gehts aber immer irgendwie.

Laos ein freundliches und sicheres Land für Overlander

Reparaturen am Fahrzeug hatten wir einige (materialschonend Offroad zu fahren muss man erst lernen), aber in jedem grösseren Dorf findet sich ein Mechaniker, die sind fair und günstig. Verrechnet wird nur, wenn es repariert werden konnte. Übermässigen Verschleiss haben wir übernommen, als die Auto-Batterie ausstieg haben wir das an den Vermieter weiter gegeben.

Einige Expats würden jetzt darauf hinweisen, dass Laos gefährlich ist, dass bei einem Unfall immer ihr schuld seid, das die Krankenhäuser nicht dem europäischen Standard entsprechen, dass die Leute kein Englisch können, dass Camping nicht bekannt ist, dass sie niemals Wildcampen würden.. Geschenkt würde ich sagen - etwas Abenteuer gehört schliesslich dazu!

Wir fuhren beispielsweise auf einem Dirttrack ins chinesische Landesinnere , ohne es zu merken (und natürlich ohne Visa). Den Bammel ob wir ungeschoren aus dieser Nummer wieder herauskommen: unbezahlbar ;-)
Wenn ihr so eine Reise zu zweit macht und euch die Fahrzeugkosten teilt dann werdet ihr keine 1800 Euro benötigen pro Person für 14 Tage Abenteuer. Fair finde ich.

Und so ganz nebenbei kann man in Laos auch wunderbar in die Welt des Offroad fahren eintauchen. Es finden sich für jeden gewünschten Schwierigkeitsgrad die passende Piste..

Die optimale Reisezeit für Laos ist von November bis Februar, da ist es trocken und so wie man sich hier in Europa einen schönen Sommer vorstellt. 

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