Donnerstag, 3. Juli 2014

Das 1x1 des "wild campen" mit dem Auto

Wild campieren - einfach in der Natur einen schönen romantischen Platz für die Nacht suchen, ein leckeres Essen zubereiten, Abends gemütlich an einem kleinen Lagerfeuer sitzen - was gibt es schöneres?
Am nächsten Morgen wieder auf Reise gehen - um gegen späteren Nachmittag wieder
einen neuen Platz für die Nacht zu suchen - für mich eine der schönsten Arten zu Reisen.

Wie geht wild campen? Was ist beim wild campiren zu beachten? Was zeichnet einen guten wildcamp spot aus?

Gleichzeitig begleitet einem ein Hauch von Abenteuer. Schliesslich ist man beim Zelten oder übernachten im Fahrzeug wesentlich ungeschützter im Vergleich zu den eigenen 4 Wänden. Einige campieren nur wild in abgelegenen Regionen, wenn sie keinen Campingplatz, Stellplatz finden können, der Ihnen Infrastruktur wie fliessend Wasser/WC/Dusche/Spülbecken bietet. Andere campieren immer wild, weil es einfach schöner ist alleine in der Natur zu sein, ein Feuerchen machen zu können, die Natur pur zu erleben. Zu den letzteren zähle ich mich auch.
Natürlich braucht man ein geringfügig besser sortiertes Equipment wenn man ohne die Infrastrukur eines Campingplatzes über die Runden kommen möchte. Wasser muss mitgeführt werden, eine Faltschüssel für den Abwasch, ein Spaten - aber dann hat es sich auch schon, je nach Komfortanspruch. Mehr geht immer, beispielsweise eine Klapptoilette, ein Wurfzelt für WC/Umziehen/Duschen, warmes Wasser - wie so oft im Leben - ist da viel Luft nach oben. Hier findet ihr unsere Liste der für uns wichtigen Ausrüstungs-Gegenstände für solche autarke Reisen.

Auf die Legalität möchte ich nicht tiefer eingehen, wer gegen Abend seine Zelte aufschlägt und des Morgens wieder geht - bietet wenig Raum um diese Frage ausdiskutieren zu müssen. Was in der Schweiz legal ist, ist in Deutschland schon wieder eine Ordnungswiedrigkeit etc.
Ich möchte euch in diesem Artikel helfen - wie ihr wild campieren könnt ohne aufzufallen. Wir haben Afrika durchquert und wild campiert, reisen aber auch so in Europa, von der Schweiz bis Deutschland, Italien, Frankfreich oder Spanien. Wild campieren geht überall, wenn man einige Sachen berücksichtigt.

Grundsätzlich sollten folgende Punkte helfen, beim Wildcampen nicht anzuecken falls ihr doch entdeckt werdet, und um den Platz auch für den nächsten Overlander attraktiv zu halten:
  • Denn Müll in einem Müllbeutel sammeln (am besten gut sichtbar aufgehängt)
  • Das Lagerfeuer klein halten
  • keine Löcher in Wiesen/Flur brennen (mit dem Spaten gegebenfalls ausheben)
  • Das Lagerfeuer am Ende gegegenfalls löschen und abdecken
  • keine Exkremente & Toilettenpapier liegen lassen (Spaten oder Klapptoilette mit Beutel)
  • keinen Lärm machen
  • freundlich und offen sein zu allen anderen Outdoor aktivien, Jägern und Förstern
Wenn der Förster/Landwirt nach euch einen Müllberg vorfindet, wird er beim nächsten Geländewagen der da Abends herumfährt - keine grossen Freude verspüren - und lieber die Ordnungskräfte aufbieten. Auch wenn ihr doch einmal von einem Wanderer / Förster / Landwirt entdeckt werden solltet - hilft es ungemein wenn das Camp aufgeräumt aussieht und kein Müll herumliegt.

Wildcampen in Angola, wie findet man ein sicheres geschütztes Camp? Das einmal eins des Wildcampings, der Suche nach einem wilden camp spot für die Nacht in der freien Natur
  

Die Suche eines wild camp Spots

Hier die wichtigsten Punkte:
  • Anhand von Karten/Satellitenbildern abgelegene geeignete Gebiete schon tagsüber definieren
  • Nicht zu spät anfangen einen Platz zu suchen, um ohne Stress die Region wechseln zu können.
  • Bei der Stellplatzsuche möglichst unentdeckt bleiben.
  • Den Wildcamp Spot möglichst etwas versteckt und uneinsehbar wählen.
  • Licht und Lärm möglichst vermeiden.
  • Ein Lagerfeuer nur an sicheren oder gut verdeckten Plätzen anfeuern
  • Noch im hellen Kochen, Essen, Abwaschen hilft auch sich auch vor Mücken zu verstecken.
 Anhand von detaillierten Karten oder Satellitenbildern die heute jedes Smartphone anzeigen kann, die man auch für den Offline gebraucht herunterladen kann, empfiehlt es sich Regionen heraus zu suchen die abgelegen sind. Natürlich geht dass auch einfach so nach Gefühl - aber etwas technische Unterstützung kann das Leben einfacher machen.

Ziel ist es ja, einen schönen Platz zu finden der uneinsehbar und abgelegen ist, ein Platz an dem man für sich ist und nicht gestört wird, ein Platz an dem man nicht erwartet wird, an dem es keinen Durchgangsverkehr gibt.

Hier unterscheiden ich schon die Reise-Region. Halte ich sie für sicher, dann suche ich direkt einen Stellplatz, nehme inkauf dass ich bei der Suche auch gesehen werden könnte. Sicher in der Form dass mich die Ordnungshüter nachts aus dem Bett holen könnten, "sicher" aber auch dass ich nicht mit einem Überfall oder einer Meute betrunkener Jungendlicher rechnen muss

Bei gesteigertem Risiko achte ich darauf, dass man mich nicht dabei beobachtet wenn ich die Strasse verlasse. DH wenn ich eine Abzweigung sehe, aber hinter mir ein Auto fährt oder ein Fahrrad/Fussgänger die Abzweigung einsehen kann  - dann fahre ich erstmal weiter und wende dann später - um die Abzweigung unbemerkt abfahren zu können. Bei gesteigertem Risiko verlasse ich den Platz wieder falls ich da oder bei der näheren Anfahrt beobachtet wurde. Auch verlasse ich einen Platz, an dem ich mich nicht wohlfühle.

Vom perfekten Wildcamp Spot in der Natur. Wildcamping ist gar nicht so schwer, man sollte nur einige Punkte beachten.Natürlich könnte noch immer Beispielsweise ein Landwirt oder Schäfer das abfahren sehen, aber je weniger das ganze mitbekommen, desto sicherer ist am Ende dass man ungestört bleibt.

Manchmal ist es in besiedelten Gebieten einfach nicht möglich so abseits zu stehen, weil der Weg an einem Haus/Hütte vorbei nach 200m endet - oder weil ihr eine Hügelspitze ausgesucht habt die in guter Sichtdistanz zu einem Haus liegt.

Meiner Meinung nach ist es dann angeraten nach Erlaubnis zu fragen. In dem Falle sollte natürlich freundlich sein, darauf hinweisen dass man alle Spuren auch wieder beseitigt, den Müll natürlich wieder mitnimmt. Verwehrt wurde mir dieses Anliegen noch nie.

Ist die Reiseregion doch nicht so abgelegen, dann wird man natürlich gesehen. Hier hilft den Platz im hellen zu erkunden und beispielsweise im Navi mit einem Wegpunkt abzuspeichern. Beim eindunkeln kann man sich dann wieder heranpirschen (ohne licht) - und wird dann meist nicht mehr von Spaziergängern entdeckt.

Versucht euer Wildcamp so aufzubauen, dass ihr etwas versteckt seid, und nicht direkt vom Weg aus gesehen werden könnt. Natürlich stelle ich mich auch nicht mitten auf eine halb hohe Wiese - oft gibt es Feldwege oder Abzweigungen mit totem Ende die sich anbieten oder eine natürliche Fläche mit weniger bewuchs.

Schon oft fuhr des Abends plötzlich noch ein Fahrzeug in der nähe vorbei - und man ist froh wenn man da nicht vom Track/Feldweg/Strasse aus erkennbar ist, das Feuer keine XXL Dimensionen hat, man unentdeckt bleibt.

Ist der Platz gefunden lohnt sich meist ein kleiner Spaziergang, speziell in die Ecken die ihr bei der Anfahrt noch nicht sehen konnte, um ein Gefühl für den Platz zu bekommen - und Überraschungen zu vermeiden.

Im Beitrag Overlanding mit dem Mietwagen habe ich versucht aufzuzeigen, dass es für solche Overlanding und Wildcamping-Trips gar nicht soviel Equipment braucht.

Habe ich etwas vergessen oder habt ihr noch andere Tips für mich und andere Leser - schreibt doch einen Kommentar.

1 Kommentar:

  1. ... unsere Taktik basierte auch auf "wenn dich keiner sieht, gibt es auch (meist) kein Problem". Wir haben eigentlich immer einen guten Platz gefunden. Wenn uns ein Platz nicht sicher vorkam, sind wir aber auch schon mal weitergezogen.
    Auch haben wir uns so hingestellt, dass wir im Falle eines Falles schnell weg können.
    In insg. 6 Reisejahren, kann ich mich eigentlich nur an zwei "seltsame" Vorkommnisse beim wild campen erinnern.
    Die Gauner sind eh alle in den Städten und nicht in der Wildnis unterwegs, dort wären die nämlich schon verhungert :-)

    http://www.roadtosomewhere.de

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