Donnerstag, 22. Mai 2014

Geländewagen-Umbau Seilwinde, Stosstange, Ersatzreifenträger, Zusatztank

Ist das Reisefahrzeug einmal ausgewählt, haben viele eine lange Ausbau-Wunschliste, von grösseren Reifen, Seilwinde, Schnorchel, Differentialsperren, Stahlflex Bremsleitungen, Unterfahrschutz, Frontbar, dem Bullenfänger, der stabileren Heckstosstange bis hin zum Zusatztank und dem Ersatzreifenträger am Heck.

Was wir immer im Auge behalten sollten, ist die maximale legale Zuladung. In der Regel bieten die gängigen Geländewagen eine zulässige Zuladung von 500-1000kg.

Das Gewichtsproblem bei der 3.5 tonnen klasse. Geländewagen, Lieferwagen - schnell ist man viel zu schwer...

Als erstes gilt es hier, die realen Eckdaten herauszufinden, ich empfehle euch, als allererstes vollgetankt auf die Fahrzeugwaage zu fahren, die findet ihr unter anderem auch auf Recycling-Annahmestellen. Denn oft wurde das Fahrzeuggewicht mit der Basis Version in den Fahrzeugpapieren eingetragen - und das Modell eurer Wahl bringt einige Kilo mehr auf die Waage.

Nach dem Wiegen wisst ihr, was ihr noch legal dazu packen könnt. Natürlich solltet ihr das Gewicht der Mitreisenden von nun noch von verfügbaren Gewicht abziehen. Hier haben nun nur noch wenige über 500kg zusätzliche Zuladung zur Verfügung.

Der beste Weg einen Geländewagen für hartes Gelände tauglicher zu machen, ist mehr Bodenfreiheit unter dem Differential. Das geht nur über grössere Reifen (oder Portalachsen). Ein vollwertiges Ersatzrad passt dann schnell mal nicht mehr unter das Auto - ein Heck Reifenträger muss her. So ergibt oft eine Änderung auch Anpassungen an anderer Stelle.
Hier mal eine Liste von Umbaumassnahmen und gängigen Ausrüstungsgegenständen mit dem jeweiligen grob geschätzten Gewicht, des öfteren gehe ich dabei von der Wahl von leichten Komponenten aus:

Gewicht von Seilwinde, Kompressor, Ersatzreifenträger, Frontbar, Innenausbau
 
Beim Innenausbau können natürlich je nach Fahrzeug noch die schwere zweite und dritte Sitzreihe aus der Rechnung gestrichen werden, gleicht einen Teil des dazu kommenden Gewichts wieder aus.
Kleider, Schuhe, Notebook, Fotoapperate, Taschenlampe, Funkgerät uvm fehlen in dieser Liste noch, genannt ist hier nur ein rudimentätes Grundgerüst. Ob ihr nun mit Dachzelt, Klappdach oder dem Übernachten im Fahrzeuginneren plant, wird nicht viel an dieser Gewichts-Auftstellung ändern.

Von der Idee mit einem hochausgerüsteten aber vollkommen legalen Fahrzeug zu Reisen, dass klappt wie ihr seht nur auf Kurzreisen. Kommt die rechte Spalte dazu, mit einem Teil dessen was auf einer etwas längeren Reise so nützlich wäre - dann überschreitet ihr das was legal möglich ist.

Wenn ihr auf ein legales Fahrzeug im Langzeit-Reisetrimm grossen Wert legt, dann empfiehlt es sich daher nahe an der originalen Fahrzeugkonfiguration zu bleiben. Die gewünschten Ausbauten mit bedacht zu wählen.

Wenn ihr Geländewagen Weltreisende nach ihrem Fahrzeug Gewicht auf privater Ebene fragt dann werdet ihr über das Übergewicht staunen, darauf läuft es einfach schnell hinaus.  Einmal ausserhalb von Europa, interessiert das Fahrzeuggewicht eines Geländewagen nicht mehr, ausser in Australien (dort könnte man aber Auflasten lassen, bei einem angepassten Fahrwerk).

Was euer Fahrzeug verkraftet lässt sich oft an den gepanzerten Fahrzeugversionen erkennen, die je nach Stärke der Panzerung auch mit erheblich höherem Gewicht unterwegs sind. Gängige Mercedes, Toyota und Land Rover Modelle können wir wohl als bereits "erprobte" Lastesel werten.

Wichtig ist es, immer neben dem Gesammtgewicht auch das Achslast vorne/hintent zu Messen, und für eine ausgewogene Gewichtsverteilung während des Ausbaus zu sorgen, unter der Berücksichtigung der Fahrzeug-Dokumentation. Das Lastverhältnis zwischen den Achsen und deren maximale Tragfähigkeit wird da oft genannt.
Generell solltet ihr immer am Gewicht zu sparen, wo es nur möglich ist. Überladen unterwegs zu sein ist das eine, aber trotzdem gilt es jedes Kilo zu sparen was möglich ist. Im Gelände seid ihr über jedes gesparte Kilo froh. 

Am Ende jedes Aus und Umbaus (und erst dann) solltet ihr das Fahrzeug nochmals wiegen, voll beladen und betankt, mit allen Reisenden. Nun kommt das wichtigste: Das Fahrwerk muss auf das Reise-Gewicht hin ausgelegt sein.

Ich will hier nicht zu überladenen Fahrzeugen raten, ich habe hier die Realität beschrieben, wie die meisten Weltreisenden voll betankt im Geländewagen unterwegs sind. Probiert leicht(er) zu fahren ;-)

Natürlich sind das Lastspitzen, den die Diesel und Wassertanks sind schliesslich nicht immer randvoll (leere Tanks sind eine gute Methode für ein doch recht legale Fahrt in Europa). Trotzdem wird man in einer Umgebung mit schlechter Infrastruktur immer probieren, möglichst gut versorgt zu sein, also genau da wo auch die schlechten Pisten sind.

Das Web ist voller Beispiele von Rahmenbrüchen und Reperaturen von Reisefahrzeugen meist im Bereich des Fahrwerkes oder des Rahmens. Daher verteilt das Gewicht optimal, versucht leicht zu bleiben, passt das Fahrwerk auf das Gewicht an - passt eure Fahrweise dem Gewicht an - damit habt ihr die Wahrscheinlichkeit von unplanmässigen Reparaturen stark minimiert.

Dieses "Gewichtsproblem betrifft die ganze 3.5tonnen Klasse, auch wenn man beim Ausbau auf einen Lieferwagen, einen VW Crafter oder Mercedes Sprinter oder ihre Vorgänger setzt - wird die Zuladung nur all zu schnell ausgereizt.

Hier eine vielleicht auch noch aufschlussreichen Threads zum Thema Gewicht Pickup und Wohn-Kabine und Gewicht des reisebereiten Geländewagen.

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