Mittwoch, 5. Februar 2014

Wieso zieht es euch in der Ferne?

Spannend finde ich das Thema - wieso es mich so in die Ferne zieht. Denn ich kann es selber nicht wirklich greifen.


Fernweh, Travelbug
Quelle: monster des alltags

Ich liebe meine Arbeit, habe eine wunderbaren Freundeskreis, ich kann mich an der Schweiz nicht satt sehen, liebe meine Freundin und habe ein Einkommen was mir bei der Lebens und Freizeitgestaltung so ermöglicht wie ich es möchte.

Das heisst jetzt nicht dass ich wirklich viel Geld verdiene sondern mehr dass ich dass was ich möchte auch umsetzen kann - es besteht eine gewisse Ausgewogenheit zwischen Einkommen und Bedürfnissen. Will heissen - das meine Bedürfnisse wohl nicht all zu gross sind.

Während im Umfeld so langsam die Familienplanung einsetzt, die Menschen auf ein eigenes Haus oder eine Wohnung  hin arbeiten oder sich eine luxuriösere Wohnung gönnen oder die Karriere vorangetrieben wird - habe ich wirklich nichts besseres zu tun als von Reisen zu träumen die in meinem Umfeld nur wenige wirklich nachvollziehen können.
Wieso treibt es mich unter diesen Umständen in die Ferne, wieso waren die bisherigen Reisen jeweils nur die Basis um an der nächsten meist grössere Reise planen zu können?

Travelbug, Fernweh, Abenteuerlust - Gründe des Reisens oder der Grenzbereich zur Philosophie?

Natürlich reizt mich das Abenteuer, das unbekannte, das exotische. Aber mich reizte in meinem Leben doch auch schon so einiges und der Reiz verblasste irgendwann.

Wenn ich einige Entscheidungen meiner letzen Jahre so ansehe, waren viele darauf ausgelegt flexibel zu bleiben. Eine günstige Wohnung, tiefe Fixkosten. Auch beruflich entwickelte sich das ganze dahingehend dass von mir nicht mehr alles abhängt, ich in den Ferien erreichbar sein muss, ich auch einfach mal länger verreisen kann.

Wie viel davon ist bewusst? Unbewusst? Laufe ich auf etwas zu oder vor etwas davon?

Bisherige Reisen hatten immer ein absehbares Ende, die Wohnung wartete auf die Heimkehr und auch hinsichtlich meiner Arbeit war es klar wo und wie es weiter geht.
Gleichzeitig reifte auch die Erkenntnis in den letzten Jahren, dass ein reines Langzeit-Reisen über mehrere Monate hinweg - ohne absehbares Ende - auch eine Kunst ist.

Sein Auge für die Umgebung, Menschen Tiere und die Natur offen zu halten, nicht abzustumpfen, das Reisen noch entsprechend würdigen zu können.
Irgendwann besteht doch die Gefahr dass die die Reise der Alltag wird, man steht vor einem riesigen wunderschönen Wasserfall und denkt sich: "hei die Vic falls waren doch schöner" - es besteht die Gefahr dass man abstumpft und die Reise nicht mehr so würdigen kann wie angedacht. Das man reist der Reise wegen als Selbstzweck.

Ist es eine solche Reise am Ende eher eine Reise zu sich selber, zum ausloten der eigenen Bedürfnisse und Gefühle ohne äussere Einfluss des gewohnten Umfeldes? Oder ist es eine reine Adrenalin-Geschichte auf der Suche nach dem Kick des Risikos und des "ungewissen"?

Ist die Langzeitreise wirklich das was es anzustreben gilt - oder hat man von mehreren kürzeren Spints nicht am Ende mehr?

Overland Weltreisen im Geländefahrzeug. Die bereisten Länder.

Das ist ein Bild was man des öfteren sieht - die Leute zeigen wo sie schon waren - oder was sie noch nicht gesehen haben - mit dem bestreben die Weltkarte auszufüllen. Das treibt mich jedenfalls nicht an. Selbst in der Schweiz gäbe es noch viel zu viele Stellen die ich nicht gesehen habe. 

Wie ihr seht habe ich viel mehr Fragen als Antworten. Wie auch immer - ich denke ihr werdet meinen Werdegang hier im Blog verfolgen können. Regelmässige Reiseberichte, Lifetracking und Fotos wird es sicherlich geben, auch wenn ich/wir unterwegs sein werden.
Was zieht euch denn in die Ferne? Vielleicht habt ihr ja antworten - die auch mir helfen meine Motivation einzuordnen..

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