Sonntag, 17. November 2013

Car highjacking in Johannesburg, Südafrika

In Johannesburg wurde am vergangenen Samstag (16.11.2013) dieses Video von einer Kamera aufgezeichnet. Es zeigt wie mehrere Fahrzeuge und Personen eine Rotlichtphase für ein sogenanntes Carjacking nutzen.


Video eines Auto Highjackings, carjackings, eines fahrzeuges welches ge- hijacked wird.

Das ganze findet mitten in der Stadt und am hellichten Tage statt und lässt den Insassen keine grossen Möglichkeiten. Das passiert in Südafrika immer mal wieder, aber selten gibt es ein solches Video davon, was einem aufzeigt wie hilflos man in so einer Situation ist.



Während man in diesem Fall vielleicht noch denken könnte dass der Fahrer in einer frühen Phase hätte durchstarten können, so können einem 3 beteiligte Fahrzeuge in einer normalen Fahrsitation vor einer Ampel oder im vollen Stadtverkehr jederzeit - keinen Ausweg mehr lassen.

Bleibt zu hoffen dass unsere schwer bepackten Reisefahrzeuge auch weiterhin nicht in den Fokus solcher Banden geraten.

Donnerstag, 14. November 2013

Mückendichte bzw stichfeste Kleidung

Insektenschutz, Stichfeste Kleidung, Mückendicht für die Risikogebiete in AfrikaDie Liste der Krankheiten oder Parasiten die via Blutsauger übertragen werden ist lang, gerade wenn man Europa auf seiner Reise den Rücken kehrt. Neben Malaria, wird ja auch noch das Dengue Fieber via Mücken übertragen - und viele andere Krankheiten (u.a. die japanische Enzephalitis, Gelbfieber, Chikungunya, Lymphatische Filariose, West-Nil-Fieber, Onchozerkose). Welt.de hat dazu eine aktuelleren Artikel schön aufbereitet.

Für unseren Trans-Afrika Trip habe ich mich tiefer mit dem Thema befasst, wie man sich schützen kann. Während man auf der Ostroute eher die Hochrisiko-Gebiete streift, ist man auf der Westroute für lange Zeit mitten drin.

Hochrisiko Gebiete für Malaria, Denue und Gelbfieber in Afrika
Karte für Gelbfieber, Dengue und Malaria sieht regional gesehen sehr ähnlich aus. Quelle: WHO

Neben Medikamenten und Sprays fand ich im Outdoor Bereich stichfeste Kleidung auf Basis des G1000 Stoffes von Fjällräven, sowie mehrere Anbieter die den Wirkstoff Permethrin in der Kleidung verarbeitet haben.

Stichfest und mückendichte Kleidung wegen dem Risiko Malaria, Dengue oder Gelbfieber einzufangenUm das Risiko möglichst zu minimieren, deckten wir uns mit G1000 Hemden und Hosen ein, sowie mit Hemden von Craghoppers "NosiLife".

Etwas lächerlich kommt man sich schon vor, wenn man sich dem typischen Beigen Safari-Kleidungsstil eindeckt, aber unser Respekt vor den diversen Krankheiten war grösser als unsere Eitelkeit.

Der G1000 Stoff fühlt sich einen hauch dicker bzw hochwertiger an,  als ein normales Hemd/Hose, während die Kleidungsstücke mit eingearbeiteten chemikalischen Stoffen sich fast auf dem Niveau von normalen Kleidungsstücken bewegen. Die Verarbeitungsqualität beider Hersteller sind sehr gut.

Wir hatten lang und kurzärmlige Hemden im Gepäck, sowie Hosen mit abnehmbaren Beinteilen, weil wir dachten dass in der Hitze kurz besser wäre.

Erfahrungsbericht:

Die G1000 Hosen haben sich bestens bewährt. Tagsüber haben wir die Beinteile abgenommen, Abends vor der Dämmerung wieder montiert, auch in heissen schwülen Nächten. Selbst mit einem erheblichen Einsatz von DEET haltigem Spray krabbelte und flöchte es dermassen, dass es einfach angenehmer war, die Beine in Sicherheit zu wissen.

Auch oben herum blieben unsere kurzärmligen Hemden weitgehend ungenutzt - weil man einfach zu viele Stiche abbekam. Der G1000 Stoff hielt sein versprechen, nie wurden wir durch die Kleidung hindurch gestochen!

Craighoppers verspricht mit NosiLife dass 90% der Stiche abgehalten werden. Ob das stimmt können wir nicht Einschätzen, da wir Versuche ohne Mückenschutz unterlassen haben. Aber es gab durchaus Stiche durch die Kleidung, obwohl wir diese auch noch mit DEET besprüht hatten.

An heissen und schwülen Abenden ist man sowieso nach 3 Minuten Nass geschwitzt, ob man nun kurz oder lang-ärmlig trägt.

Diese G1000 Hemden und Hosen können wir daher empfehlen.

Wenn wir draussen in der Natur waren, haben wir dazu auch dicke stichfeste Socken aus dem Outdoor Bereich angezogen und über die Beinteile hochgezogen. Nun muss man nur noch Hände, Hals und Ohren dick mit DEET besprühen - schon kommt man auch ohne Stiche durch den Abend. Zugegeben das tragen von Socken in den FlipFlops hört sich echt schräg an, es hat sich aber bewährt weil es an den Füssen trotz DEET, immer wieder  Einstiche gab.

In Afrika lernt man schnell, dass man Abends möglich früh Schlafen gehen sollte, jede Lichtquelle zieht eine unüberschaubare Wolke an Insekten und Getier an. Auch wenn man dann den Abend unbeschadet überstanden hat, fängt mit dem Schlafen gehen die zweite Saison der Mücken an.

Wir haben im Fahrzeug übernachtet. Auch wenn die Türen zu waren, in der kurzen Zeit die wir gebraucht haben um unser Equipment (Kocher, Stühle etc) wieder zu verstauen und ins Auto zu steigen, hatten es immer 4-7 Mücken bis ins Fahrzeug geschafft.
Diese gilt es dann zu jagen und zur Strecke zu bringen - ansonsten hätten oben stehende Massnahmen nicht viel geholfen.

Donnerstag, 7. November 2013

Differentialsperren vs LSD vs ATRAC im Reisefahrzeug

Wer noch an seinem Reisefahrzeug-Setup noch am tüfteln ist, wird sich irgendwann auch die Frage stellen, ob es denn Differentialsperren braucht oder nicht. Um es einfach zu machen - dass liegt ganz an euch und an dem was ihr unter die Räder nehmen wollt.

Vergleich von Differentialsperren, offenen differentialen und ATRAC


Folgende Videos zeigen schön warum Differentialsperren oder andere elektrische Helferchen im Gelände nützlich sein können und vor allem - wie schnell sie hilfreich sind. Es braucht wirklich kein hartes Gelände dafür. Ohne Sperren ist man schnell genötigt eine heikle Passage mit höherer Geschwindigkeit zu nehmen, was beim Fahrzeug zu Schäden führen kann.

Hier ein zweiteiliges Video von 4wd Action, die die unterschiedlichen Systeme anschaulich vorstellen und vergleicht.





Und hier zwei schrecklich verwackelte Videos die uns aber die Fähigkeiten der Toyota Crawl-Funktion im Sand vorstellen. Jeder der schon einmal im Sand unterwegs war weiss: ohne Crawl hätte man da erhebliche Arbeit vor sich gehabt, mit Bergeblechen und Schaufeln - oder aber Hilfe von aussen gebraucht.





Ich habe mit einem Land Cruiser mit dem Baujahr 2011 sowohl ATRAC/Crawl auch als zusätzlich ARB Sperren verbaut. Während ich offensichtlich heikle Stellen direkt mit Sperren befahren habe, halfen die werkseitigen Hilfen des öfteren - wenn ich von einer heiklen Situation überrascht wurde.

Im ih8mud Forum findet ihr viel zusammen getragenes Wissen über ATRAC.  Das war jetzt ein etwas Toyota lastiger Beitrag, aber auch die Konkurrenz hat Systeme die ähnlich funktionieren.

Ob Differential-Sperren für eure grosse Reise wichtig sind, dass liegt ganz an euch -  und an den Strecken die ihr unter die Räder nehmen wollt. Mann kann auch die Welt bereisen ohne hoch ausgerüsteten Geländewagen oder gar 4x4.

Wie ihr gesehen habt, kann es ohne Sperren schneller eng werden als die meisten denken, dafür muss man gar keine so grosse Offroad Leidenschaft im Blut haben. Schon wer ab und an abseits eines Feldweges sein Nachtlager sucht, kommt mit Sperren materialschonender zum Ziel.

Wenn ihr Offroad mögt und die heiklen Passagen in der Regel nicht umfahrt, empfiehlt sich meiner Ansicht nach, egal ob ihr schon elektrische Helferchen an Board habt - eine Ausrüstung mit beiden Sperren und natürlich ein sperrbares Mitteldifferential. Die elektrischen Helferchen werden aber immer besser, und bieten teilweise mehr als die klassischen Sperren, wie die Beispiele im Sand gut aufzeigen.
Bei modernen Fahrzeugen geht das wohl in Richtung "sowohl als auch", wenn das Budget es zulässt. Das Reisen an sich sollte immer wesentlich vor den technischen Finessen kommen, denke ich. Daher schaut dass eurer Reisefahrzeug oder dessen Ausbau euch nicht das Budget fürs Reisen aufbraucht.

Sonntag, 3. November 2013

Rund um die Anreise auf der Ostroute von Afrika

In einigen Foren wird aktuell von diversen Schwierigkeiten auf der Ostroute berichtet. Meistens geht es um die Probleme bezüglich der Anreise nach Ägypten. Für mich war das ein kleiner Dschungel an Informationen die nicht einfach einzusortieren war.

Wenn man selber keine Transafrika über die Ostroute plant oder schon gemacht hat, kann man mit den Informationen gar nicht soviel anfangen, ohne nicht etwas tiefer in die Materie einzusteigen. Während auf der Westroute die Visa Situation eine kleine Herausforderung ist - ist es auf der Ostroute das Thema Anreise.

Ich möchte versuchen hier etwas Licht ins dunkle zu bringen. Das ganze ist keine statische Sachlage, die Regelungen und Möglichkeiten ändern sich laufend. Das Grundproblem ist, dass für Overlander nur einige wenige Grenzübergänge möglich sind. Aber lasst mich versuchen das ganze für den Herbst 2013 zusammen zu fassen. (letztes Update 2.12.2013)

Anreise Alternativen Ostroute Grenzübergänge Selbstfahrer 4x4


Folgende Anreisemöglichkeiten bestehen aktuell:

- Anreise via Tunesien und Libyen
- Anreise mit der Fähre von der Türkei aus (Iskenderun, Damietta)
- Am Taba Grenzübergang Israel/Ägypten wurden 4x4 abgewiesen
- Am Nuweiba Grenzübergang, Fähre Jordanien - Ägypten wurden 4x4 abgewiesen
- Via Jordanien-Sudan und Saudi-Arabien-Sudan kann Ägypten umfahren werden.
- Von Jordanien aus kann man im Kontainer nach Ägypten (Sokhna) auch mit Allrad!
   natürlich ergeben sich hinsichtlich dem verschiffen noch viele andere Möglichkeiten

Manchmal braucht es auch einfach ein quentchen Glück - wie man in den untenstehenden Reiseberichten sieht. Mal wird ein GPS-Gerät entdeckt - mal nicht mal darauf geachtet wenn man zwei Tage später den gleichen Grenzübergang nochmals nimmt.
In Taba gibt es nun schon mehrere Reisende die Aufgrund eines 4x4 Fahrzeuges zurückgewiesen wurden, für Nuweiba habe ich erst einen Fall entdeckt.

Die Problematik mit 4x4 Fahrzeugen scheint nur die Einreise über den Sinai zu betreffen, via Lybien, der Fähre von der Türkey aus oder via Sudan ist eine Einreise weiterhin möglich.

Hier mal eine Liste von Reisenden, die kürzlich unterwegs waren (oder es gerade sind) und einige Rückschlüsse zulassen (auf weitere Informationen klicken):

Samstag, 2. November 2013

Dokumentation: Der Krieg in Nord-Mali

Ich weiss nicht wie es euch ergeht, aber von der Situation in Nord-Mali lese/sehe ich nicht soviel, obwohl mich das Thema interessiert. Vielleicht schaue ich ja die falschen Sendungen und lese die falschen Zeitungen.

Daher bin ich ganz froh mal etwas "Futter" bei Youtube gefunden zu haben. Meine französisch Kenntnisse sind zwar so gut wie nicht vorhanden, aber zusammen mit den bewegten Bildern erschliesst sich dann doch das meiste von selber.



Die Dokumentation gewährt dem Zuschauer einen guten Einblick. Bei Szenen in denen die Soldaten mit Metall-Detektoren den Boden nach vergrabenen Waffen absuchen und grosse Arsenale vorfinden, kann man erahnen dass dieser "Krieg" noch lange dauern wird.

An anderer Stelle sieht man wie Soldaten eine Gegend voller Gesteinsbrocken absuchen und auch auf eine ansehnliche Menge an Waffen vorfanden, schön verstreut über ein grosses Gebiet. So können die islamistischen Rebellen unbeschwert und unbewaffnet Checkpoints passieren, weil sie sich jederzeit an diversen Waffendepots wieder ausrüsten können.



Wikipedia ist sehr informativ, falls ihr etwas mehr Hintergrundinformationen sucht. Ob das ganze nun als ein Krieg ist oder ein Konflikt definiert werden sollte - ist gar nicht so einfach zu sagen. Kriege führt man gegen ein Land - was durch die Ausrufung der Unabhängigkeit zwar gegeben wäre. Da die Unabhängigkeit von keinem Land anerkannt wurde - ist "Konflikt" wohl zutreffender.

Freitag, 1. November 2013

Warmwasser auf der Reise - Wärmetauscher

Schon einmal vorweg - hier reden wir von einem Luxus-Artikel. Aber in einigen Reiseberichten dreht sich in den Blogs nicht wenige Zeilen um das Thema - wo man denn gerade mal wieder eine Dusche (am besten Kostenlos) ergattern könnte, dass ich das Thema doch einmal aufgreife.

Erfahrungsgemäss werden die Hygieneansprüche bald etwas heruntergefahren, sobald die Reise los geht - denn Wasser muss aus dem eigenen Vorrat bezogen werden, die Horden an Mücken lassen zu den gewohnten Dusch-Zeiten am Morgen/Abend keine Ruhe - und man wird einfach auch bisschen entspannter.
Warmwasser mit Wärmetauscher Motorwärme vom Geländewagen
Solardusche
Hier gibt es schnell auch klare Unterschiede zwischen den Reisenden und ihrer Ausrüstung. Hat man ein Wohnmobil oder Allrad-LKW mit Bad/Dusche - stören die Mücken Beispielsweise weniger. Ein Motorradfahrer hingegen hat nicht einmal das Wasser zum Duschen im Gepäck. Wir Geländewagen Fahrer sind da irgendwo dazwischen.

Viele von uns setzen auf Waschlappen mit Unterstützung einer faltbaren Solardusche.

Mir war das für eine längere Reise etwas zuwenig und ich suchte nach einer anderen Lösung.

Schnell stiess ich auf die Lösung mit Wärmetauschern - die mit der Motorkühlung zusammen für warmes Wasser sorgen, sobald der Motorkreislauf warm wird.

Nach einiger Recherchezeit kam ich auf 4 kommerzielle Anbieter:

4x4 Dusche mit Wärmetauscher und Motorwärme offroadHelton Hot Water
Alles sind australische Anbieter, leider sind nicht alle Produkte bei uns erhältlich - der Import / Versand kostet leider eine ganze stange Geld. Die Produkte unterscheiden sich zum Teil recht erheblich, was einen Vergleich schwer macht. Insbesondere auch die "Kits" inklusive Befestigungen und Pumpe unterscheiden sich, die Qualität von Pumpe, Brausekopf und Schläuche, neben dem Wärmetauscher an sich.
Ich hatte mich damals für den Helton "Hot Water" Kit entschieden - und die Versandkosten in Kauf genommen. Heute sollte man vielleicht besser erneut die akuellen Reviews und User Erfahrungen durchstöbern - um 2011 war da noch nicht ganz soviel zu finden...
Soviel meine Suche ergeben hat, hat noch keiner üblichen Verdächtigen in der deutschsprachigen Szene einen der obenstehenden Anbieter ins Sortiment aufgenommen. Aber es gibt mehr Zubehör zum Thema als damals.

heisse dusche 4x4,  hot water shower 4wd
Von dem Helton Set haben wir schlussendlich nur den Wärmetauscher verwendet, alles andere wurde von der Werkstatt/Innenausbau-Partnern umgesetzt, mit hochwertigeren Materialien als mitgeliefert wurden, wie Beispielsweise eine Surflo Pumpe.
Auf unsereren Reisen waren wir des öfteren froh eine heisse Dusche zu haben, sei es nach dem Wandern in den Bergen oder nach einem Einsatz der Seilwinde. Ob man das Wasser aus einem Wassertank oder direkt aus einem Bach/See anzieht - ist alles nur eine Frage der Installation. Eine tolle Sache, aber eindeutig ein aus der Kategorie "Luxus". Es gibt genügend Reisende die zu Fuss, Motorrad oder Fahrrad aufzeigen wie wenig es eigentlich braucht.

Die Schrauber unter euch werden das ganze wohl eher selber in Angriff nehmen wollen, interessant sind da sicher die Threads im Buschtaxi und Expeditionsportal Forum. Denkt einfach daran: das ganze sollte auch Frostsicher sein.

Andere Lösungen für warmes Wasser werde ich in einem anderen Artikel vorstellen.